januar 1
stimmung: wechselhaft

>>restart

äußere einflüsse sind eine tolle sache.
leider scheinen sie oftmals keine rolle zu spielen.

man stelle sich eine frau namens karoline vor. karo lebt seit jahren in einem kleinen, grünen vorort einer großen grauen stadt und ist froh, nicht zehn kilometer weiter zu nisten. sie hat einen mann, der sie liebt, was sie daran merkt, dass er jeden tag nach hause kommt. ihre beiden kinder jan-phillipe und desiree-jeanette sind meistens pflegeleicht. alles, was bei ihnen mal falsch läuft, lässt sich darauf zurückzuführen, dass sie kinder sind. und kinder machen solche dinge. das reicht als erklärung. karo hat ein paar freundinnen, die ganz tolle freundinnen sind - was sie daran merkt, dass sie sich ein mal in der woche sehen und über ihre probleme sprechen, ganz offen.

karo sieht glücklich aus.
...aber was sind das dann für probleme?

genau zehn kilometer weiter lebt franziska. sie lebt seit einem monat in einer großen grauen stadt. vorher war sie bei ihrer familie, die komplett in einem schon bekannten dorf lebt. was für ein stress. sie zog um, sie schmiss alle pläne über bord und fand neue. pläne, die gut für sie sind, das merkte sie daran, dass alles "anders" war als früher. und früher war sie nicht wirklich zufrieden. eine wohnung hat sie schnell gefunden, genau wie neue bekanntschaften. vielleicht hätte sie sogar einen partner hier, wenn ihr freund, der weit entfernt lebt, sie nicht so lieben würde. und sie ihn. das wusste sie, denn sie sind seit zwei jahren zusammen und manchmal sehen sie sich sogar. bald wird sie freunde finden, mit denen sie über alles reden kann.

franziska sieht glücklich aus.
...aber sie muss reden, über diese ganzen gedanken, die ihre gefühle zerstören...

daniel ist ein seltsamer mann. er denkt sehr viel nach. er ist ein perfektionist, in gewisser hinsicht. er macht nur dinge, die ihm perfekt erscheinen. ...also macht er nicht viel. aber wenn er etwas tut, dann macht es ihn zufrieden. er ist kein passiver mensch. jeden tag ist er draußen, manchmal bis zum morgen. er geht durch landschaften um zu denken, er geht ins kino, um zu lachen oder er macht ganz seltsame dinge, die niemand versteht. er hat sich nie geändert, in dieser hinsicht. er umgibt sich gerne mit menschen und dennoch ignoriert er viele von ihnen. er ist ein sehr freundlicher mensch, doch im hintergrund ist er sogar skrupellos. das hat niemand gemerkt. er ist jetzt albern und in einer minute verträumt. er versteht viele menschen besser, als diese wahrhaben wollen. diese menschen verlassen ihn dann. und die, die ihn nicht verlassen, haben die chance, ihn zu verstehen.

daniel sieht glücklich aus.
...aber warum sucht er menschen, die ihn verstehen?